Ist jetzt kein Problem, das nur Tündern betrifft. Unter dem gesamten Gebiet um die Oberweser und Teilen der Mittelweser liegt ein Konglomerat aus Gesteinen mit unterschiedlicher Größe. Die Abmessungen reichen von feinem Sand bis hin zu den Ausmassen eines Findlings.
Benötigt wird diese Gesteine überwiegend in der Bauwirtschaft als Zuschlagsstoffe für Beton oder im Tiefbau. Im kleineren Umfang werden auch Teile von Landwirtschaft und Gartenbau benötigt. Entsprechend dem Bedarf hat sich der Kiesabbau etabliert, so auch im nennenswerten Umfang um Tündern. Der Ort liegt auf einer Schwemmfläche der Eiszeit.
Die Kiesteiche sind Fließgewässer und gehören zum Flusssystem der Weser. Wie der sichtbare Vorfluter fließt auch das Wasser im Boden in Richtung Mündung. Der Fluss ist langsamer als das oberflächlich abfließende Wasser, aber es fließt. Ich selber hatte einige Tauchgänge in Gruben mit aktiver Förderung, hier ist der Fluss sehr schön zu sehen, beim Austritt des Wassers aus dem Boden ist es kristallklar, wärend im Wasserkörper praktisch keine Sicht besteht. Ein weiterer Hinweiß auf den Wasserfluss ist die Tatsache, das die Teiche auch im Hochsommer in der Tiefe nicht warm werden. Die oberen ein bis zwei Meter Tiefe sind recht angenehm Warm, darunter selten über 12° C.
Auf der einen Seite besteht Bedarf für die Wirtschaft, auf der Anderen Seite steht die Belastung für die Bevölkerung. Kiesabbau ist laut, Sand und Kies müssen abtransportiert werden, es entstehen offene Wasserflächen, durch den Teich wird in den Grundwasserhaushalt eingegriffen, Kieswerke sind Ruhe- und Nistflächen für Vögel, in dieser Gegend bevorzugt Gänse.
Grade die Vögel, überwiegend Graugänse aber auch Nil- und Kanadagänse, sind ein Ärgerniss, vor allem für die Landwirtschaft. Die Teiche bieten sicheren Ruheraum zur Brut, die umliegenden Äcker sind ein geöffnettes Buffet.
Ein großes Problem der Auskiesung, der Abtransport von Sand und Kies ist über die Straßenverkehrsordnung geregelt. Um den Lärm der LKW aus dem Ort heraus zu halten, kann auf das Gelände der Werke nicht von Tündern aus eingefahren werden. Ein einfaches Verkehrsschild hält den Verkehr aus dem Ort. OK, gelegentlich gibt es neue Fahrer, die diese Reglung nicht kennen und trots Verbots einbiegen, ist aber Ausnahme, weit entfernt von der Regel.