Definition

Verwendung allgemein

  • Foto, Video
  • Kunstmalerei – Staffelei
  • Astronomie – für die Aufstellung von Teleskopen unerlässlich
  • Beobachtende Wissenschaften – Nicht nur optisch, auch für Mikrofone und ähnliches
  • Vermessungstechnik – Sicherer Stand ist für die Messung ausschlaggebend
  • Entertainment – Aufstellung von Lautsprecherboxen, Mikrofonen
  • Elektrotechnik – Dritte Hand beim Löten, letztendlich sind Strommasten auch nichts anders als Stative
  • Militärtechnik

Verwendung in der Fotografie

Vorteile bei einer Aufnahme durch Stative sind von Situation und Arbeitsweise abhängig. Es gibt für einige Verwendungen so etwas wie eine “Best Practice”, also beste Vorgehensweise, was nicht bedeutet, das diese zwangsweise vorgeschrieben ist oder sich auch nicht als Kontraproduktiv erweisen kann.

Verwendungsbereiche:

  • Kamera
  • Motivbereich

Aufnahme

Gewichtsentlastung

Gewichtsentlastung sollte wohl der älteste Grund für den Einsatz von Stativen in der Fotografie sein. Ursprünglich waren Kameras voluminöse, schwere Teile aus Holz, Metall und Stoffen, die nicht mit der Hand gehalten werden konnten. Dazu kam eine aufwendige Bedienung. Kameras sind mittlerweile kleiner und leichter geworden. Sie auf Dauer in Position zu halten ist aber auch heute noch anstrengend bis unmöglich, irgendwann tritt Erschöpfung ein.

Kamerabedienung

Die ersten Kameras waren aufwendig bis kompliziert zu Bedienen. Fokussierung und Bildaufbau über die Mattscheibe, Mattscheibe raus, Filmkassette rein, Schieber raus, Aufnahme, Schieber rein, Filmkassette aus der Kamera, Mattscheibe wieder rein. Ohne Stativ praktisch Unmöglich.

Heute sind Kameras einfacher und kleiner gebaut, Vorteile kann ein Stativ bei der Bedienung auch heute noch haben. Beispiel: Vermeidung von Fehlern bei der Auslösung. Neben der Erschütterung durch das Drücken des Auslösers gibt es hier bei vielen noch das Problem, dass die Auslösung nicht mit dem Finger geschieht, sondern dass sich die gesamte Hand beim auslösen etwas bewegt. Diese Bewegung führt dazu, dass das Bild etwas schief erscheint.

Autarker Betrieb ist ein weiterer Punkt, der in Sachen Kamerabedienung zu nennen ist. Wildkameras, die fest an einem Ort angebracht sind, sind hierfür wohl der Prototyp.

Bildstabilisierung

Es ist eigentlich unmöglich, eine Kamera auf Dauer stabil zu halten. Zu den Störfaktoren hierbei zählen unwillkürliche Muskelkontraktionen der Hand. Dazu kommen Probleme wie Zittern der Hände oder Konzentrationsprobleme durch Erschöpfung.

Reziprok – Regel

Die Reziprok – Regel ist eine Faustformel aus Zeiten der klassischen Fotografie mit Film mit Kleinbildfilm. Sie besagt, dass die kürzeste noch aus freier Hand verwackelungsfrei verwendbare Belichtungszeit umgekehrt zur Brennweite. Beispiel: 200 mm Brennweite führt zu einer maximalen Belichtungszeit von 1/200 Sekunde. Diese sind nicht direkt

Bildstabilisatoren

OIS und IBIS

Warten auf den richtigen Moment

Bei viele Fotografen ist ihre Haupttätigkeit warten, warten auf den richtigen Moment, warten auf brauchbares Licht. Manchmal kündigt sich der richtige Zeitpunkt vorher nicht an, die Vorwarnzeit um in Position zu gehen ist zu kurz. Oder der richtige Moment für die Aufnahme dauert selber nur ein paar Sekunden.

Beispiel Fangschüsse wie sie in der Sport- oder Tierfotografie üblich sind. Die Kamera wird auf den Ort ausgerichtet, an dem das Motiv wahrscheinlich auftauchen wird, Sie braucht dann nur noch entsprechend ausgelöst zu werden. Kein mühsames hinhalten der Kamera oder reißen in die Aufnahmeposition, Konzentration auf die Auslösung.

Bewussteres Fotografieren

Stative müssen vor einer Aufnahmebeginn aufgebaut und vor jeder Aufnahme eingerichtet werden. Das Kosten Zeit und erschwert schnelle, spontane und oft auch unreflektierte Aufnahmeserien.

Perspektiverhalt

  • Mehrfachbelichtungstechniken
    • Überlagerungen
    • HDR, DRI
  • Timelaps

Motivbereich

Beleuchtung

Betrifft vor allem die Beleuchtung.

Fangschüsse

Makrofotografie, zum Teil mit Querstange

Kamera oberhalb vom Motiv über Galgen oder Kran

Ausrichtung von Leuchten und Reflektoren

Fixierung von Motiven


Anforderungen

Die Anforderungen an ein Stativ sind mit der Digitalisierung zum Teil erheblich gesunken. Aufnahmen, die in der klassischen Fotografie in einem Zug gemacht werden müssen, können digital in einzelne Segmente aufgeteilt und später zusammengefügt werden.

Anforderungen sind etwas individuelles.

Grundüberlegungen

Wozu benötigt ich das Stativ?

Wofür benötige ich das Stativ?

Die 80 / 20 Regel

Die Regel sagt ganz einfach aus, ich bekomme 80% der möglichen Leistung für 20% der Kosten. Diese gibt es ab und zu auch als 90 / 10 Regel. Die Regel besagt ganz einfach, für selten benötigte Features, höhere Leistungswerte muss mehr bezahlt werden als für übliche Anforderungen.


Eigenschaften

Material hat Eigenschaften, ob sich diese als Vor- oder Nachteil erweisen ist Situations- und Vergleichsabhängig.

Transport

Aufbau und Einrichtung

Flexibilität

Nutzlast

Englisch: Payload

Welche Kraft kann auf ein Stativ einwirken, bis es seine vom Hersteller garantierten Eigenschaften behält. Dieses bedeutet nicht, das es zu einem Kollaps kommt.

Zu den Kräften zählt natürlich zunächst die Gewichtskraft von Stativkopf und Kamera samt angebrachten Zubehör. Dazu gehören aber auch Kräfte, die infolge der Bedienung der Kamera oder auch nur eins versehentliches Berührens auf das Stativ einwirken.

Wird die Nutzlast außerhalb der zentralen Achse angebracht, z. B. bei einer Querstange oder einem Galgen, kann es zu einer asymmetrischen Belastung des Stativkopfes und damit der Beine kommen. Dieser Fall muss mit in die Betrachtung der Nutzlast einfließen.

Maximale bzw. minimale Höhe

Zwei Fragen:

  • Wie hoch kann bei einem Stativ die Kamera montiert werden und wie wird diese Höhe erreicht?
  • Wie groß ist die Minimalhöhe bei einem Stativ. in der Kamera über den Boden montiert werden kann und wie wird diese Höhe erreicht?

Sind eigentlich vier Fragen, aber gut. Zunächst einmal zur Maximalhöhe. Diese sollte so hoch sein, dass eine Betrachtung durch den Sucher in normaler Augenhöhe stattfinden kann. Das ist die normale perspektivische Höhe, aus der wir unsere Umwelt wahrnehmen. Diese Höhe kann bei einem Stativ nun durch die Länge der Beine erreicht werden, in viele Fällen wird aber die Länge der Mittelsäule zur Erreichung der Maximalhöhe mitgezählt. Ist insofern Problematisch, dass die Stabilität der Kamera darunter leiden kann. Ob das im Anwendungsfall zu Problemen führt muss der Einzelfall entscheiden.

Die zweite Frage ist ein wenig interessanter, wird aber dennoch häufig übersehen: Was ist die minimale Höhe über dem Boden und wie wird diese erreicht. Fälle, bei denen in Bodennähe aufgenommen wird, gibt es durchaus. Sei es die Aufnahme von Pilzen im Herbst oder Blüten im Frühling, seien es Videoaufnahmen aus der Froschperspektive. Erreicht wird die Minimalhöhe durch verkürzen und abspreizen der Beine. Probleme bereiten kann dann aber eine lange Mittelsäule. Bei einigen Stativen muss zusätzlich die Mittelsäule herausgenommen und andersherum in die Stativschulter eingesteckt werden. Der Stativkopf hängt dann kopfüber zwischen den Stativbeinen. Aufwendig, für die Fotografie aber durchaus tragbar, schwierig bei Videos, die dann auf dem Kopf stehen.

Stabilität, Schwingungsdämpfung

Standfestigkeit, Schwerpunkt

Verwindungssteifheit

Verwindungssteifheit ist etwas, das im Bereich Fotografie kaum eine Rolle spielt. Relevant wird es bei Videos, wenn es zu Kamerabewegungen wie Schwenks kommt. Nimmt das Stativ die hierbei auftretenden Kräfte auf oder kommt es zu Schwingungen?

Erreicht wird die Verwindungssteifheit unter anderem durch den Einsatz von Doppelrohr- oder Doppelstangensystemen bei den Beinen. Diese verdoppeln die Anzahl der zum Boden gehenden Bauteile, haben meist nur einen Auszug und die beiden Rohre / Stangen im Bein können in einem Winkel zueinander angeordnet sein. Das erschwert Verwindungen bei Kamerabewegungen.

Modularität

Herstellersupport


Bauformen

Der Einsatz von Stativen geschieht seit langer Zeit, entsprechend vielfältig ist die Art der Bauformen, die im Handel angeboten werden. Entstanden sind diese wahrscheinlich durch Versuch und Irrtum, was benötigt wurde und wird bleibt im Angebot, manchmal auch nur für eine kleine Zielgruppe. Manches kluge Idee verschwand in der Versenkung.

BauartUntertypBeschreibungFVLA
Naturstativ
BohnensackEigentlich kein Stativ sondern eine Auflagehilfe. Ursprünglich handelte es sich bei einem Bohnensack um einen mit getrockneten Bohnen gefüllten Leinensack, der unter eine Kamera gelegt wird um sie auf einem Untergrund auszurichten. Unter dem Gewicht der Kamera verkeilten sich die Bohnen im Sack und fixierten so die Kamera in ihrer Position.
Der Schutz der Kamera vor Beschädigungen spielt natürlich auch eine Rolle.
Heute werden Bohnensäcke mit einem Kunststoffgranulat gefüllt.
Einbeinstativexx
Zweibeinstative
DreibeinstativeDreibeinige Stativexx
Heavy Duty (HD) – StativeSpeziell für den Einsatz mit hohen Anforderungen konzipierte schwere Stative. Sie sind vor allem in der professionellen Filmerei anzutreffen, wo schwere Kameras auf lange Brennweiten treffen und eine große Ruhe bei Schwenks erfordern. Entsprechende Stative sind oft mit Mitchell – Platten zur Aufnahme von schweren Kameras ausgerüstet.x
Asymmetrische StativeStative mit nichtsymmetrischer Stativbasis
Zur Aufstellung unter schwierigeren Bedingungen
x
TransformerstativeStative, die sich alternativ sowohl als Drei- als auch als Einbeinstativ verwenden lassen. Hierfür wird ein Stativbein abgeschraubt und mit dem Stativkopf versehen zum Einbeinstativx
ReisestativeHandelsbezeichnung für leichte, für den Transport auf Reisen konzipierte Stative. Meist mit eingeschränkter Nutzlast und Höhe, dafür aber mit geringen Gewicht und Transportmaßen.xx
MinistativeSehr kleine Stative zum aufstellen von Kameras auf ebenen Untergrund (Tisch, Mauer)
Gorilla PodKleine Stative mit Gelenkbeinen, die einen Gegenstand z. B. Ast umfassen könnenxx
Vierbeinstative
SäulenstativeAndere Bezeichnungen: Gleitträgerstativ
Englisch:
Stative, an denen die Nutzlast (Kamera, Leuchten) an einer Säule angebracht sind, an der sich stufenlos höhenversgtellbar sind. Die Nutzlast wird über Friktionsbremsen fixiert.
xx
Hochstativexxx
LeuchtenstativeEnglisch: Stands
Spezielle leichte Stative, Konzipiert zum Aufstellen von Leuchten, werden aber auch für Hintergrundsysteme eingesetzt
x
BodenstativeStative zum Aufstellen von Leuchten in Bodennähex
StudiostativeHandelsbezeichnung für eine Reihe Stative unterschiedlicher Bauart, die aufgrund ihres Aufbaus nur auf dem glatten Boden eines Studios verwendet werden können. Hierzu gehören unter anderem Säulenstative mit Rollen zu Positionierung und fest mit einem Trolly ausgestattete HD-Stative.x
StativfußSchweres Stativ für die Aufmahme z. B. eines Kransx
ReprostativStativ für die Reproduktion von Fotos oder das abfotografieren flacher Vorlagenx
VergrößerungsstativStativ für die Aufnahme eines Vergrößerungskopfes in der Dunkelkammerx

Verbindungssysteme

  • 1/4″ Schraubverbindung
  • 3/8″ Schraubverbindung
  • Schwalbenschwanz Kopplung (Arca Swiss)
  • Mitchell Base

Arca Swiss

Schwalbenschwanzkopplung


Material

  • Stahl
  • Aluminium
  • Magnesium
  • Carbon
  • Basalt
  • Holz

Handelsbezeichnungen


Stativkomponenten

Trolly

Stativwagen

Stativfüße

Schnittstelle zwischen Stativ und Untergrund

Stativbeine

Doppelrohr- / Doppelstangensysteme

Teleskopbeine

Schraubbeine

Stativschulter

Mittelsäule


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